Gesehen in Wimmis, Mitte April

Im Frühjahr finden Sie in feuchten, schattigen Mulden, z.B. entlang der Simme, die Gewöhnliche Schuppenwurz (Lathrea squamaria), eine Art aus der Familie der Sommerwurzgewächse.

 

Weil diese Pflanze keine grünen Blätter ausbildet, ist sie nicht in der Lage, selbst Photosynthese zu betreiben. Stattdessen zapft sie mittels kleiner Saugwurzeln Haselsträucher, Erlen, Weiden und Buchen an und entzieht diesen Wasser, Salze und Nährstoffe. All dies speichert sie in ihrem bis mehrere Kilogramm schweren unterirdischen Wurzelspross.

 

Die so 'geschädigten' Holzpflanzen kommen mit dieser Parasitierung offenbar zurecht.

 

Die Blüten der Schuppenwurz werden durch Insekten (Hummeln), aber auch durch den Wind bestäubt. Die Schuppenwurz blüht erstmals im Alter von 10 Jahren, so lange muss die Pflanze sich vorher im Boden entwickelt haben. Nach der Blüte - Ende Mai - bleibt von der Schuppenwurz oberirdisch nichts Sichtbares übrig.

 

Ein interessantes Detail: Der Wasserstrom in einer Pflanze kommt normalerweise zustande, weil die Blätter Wasser an die Luft abgeben und die Wurzeln dauernd Wasser an die Blätter nachliefern. Blätter fehlen der Sommerwurz. Sie hat am Stängel Drüsen entwickelt, die das Wasser an die Luft abgeben.